Was ist eigentlich Urea?

Harnstoff zählt zu den bekanntesten Naturstoffen. Schon lange wird er sowohl bei der Behandlung von Hauterkrankungen als auch für kosmetische Zwecke eingesetzt. Das geruchlose Produkt des Eiweißstoffwechsels nennt sich auch „Urea“. Für die industrielle Verwendung wird der beliebte Feuchtigkeitsspender auf synthetische Weise hergestellt.

Harnstoff (Urea) gehört zu den natürlichen Feuchthaltefaktoren der Hornschicht, der obersten Lage unserer Epidermis. Der Harnstoffanteil liegt hier bei sieben Prozent. Im Organismus entsteht der geruchlose, kristalline Stoff als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels in der Leber. Harnstoff wird schließlich über den Urin, aber auch über die Schweißdrüsen ausgeschieden. Letztere versorgen die Haut somit mit Feuchtigkeit. Außerdem wird der Stoff durch Ab- und Umbau von Keratin beim Verhornungsprozess der Hautzellen freigesetzt. Für die Haut erfüllt Harnstoff, von innen wie von außen zugeführt, feuchtigkeitsspendende und -bindende Funktionen.

Künstliche Herstellung

Entdeckt wurde Harnstoff erstmals von dem französischen Chemiker Hilaire-Marin Rouelle im Jahre 1773. Aber erst gut 50 Jahre später gelang es dem deutschen Chemiker Friedrich Wöhler, Harnstoff künstlich aus organischen Kaliumcyanat und Ammoniumsulfat zu synthetisieren und auf diese Weise für Pflegeprodukte sowie für pharmazeutische Anwendungen nutzbar zu machen. In Fußpflegeprodukten kam Harnstoff erstmals 1983 als lösliches Granulat im GEHWOL FUSSKRAFT Kräuterbad zum Einsatz. Heute ist der Stoff in den Angaben auf der Verpackung kosmetischer Mittel meist unter der Bezeichnung „Urea“ zu finden.

Vielfältig einsetzbar

Die Kosmetik schätzt Urea vor allem wegen ihrer feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften bei gleichzeitig sehr guter Hautverträglichkeit. Zahlreiche positive Attribute wurden in Studien nachgewiesen. Dank ihres feuchtigkeitsbindenden Potenzials verbessert Urea das Feuchthaltevermögen der Haut. Dabei bildet sie Einschlussverbindungen mit Wasser, aus welchen die Feuchtigkeit nur langsam wieder freigesetzt wird. Hinzu kommen hornhauterweichende, juckreizstillende, antimikrobielle Eigenschaften sowie Merkmale, die die Hautdurchlässigkeit fördern und die Haut somit aufnahmefähiger machen. Die Wirkung von Urea hängt jedoch stets von der Konzentration, der Kombination mit weiteren Inhaltsstoffen und dem Emulsionstyp (Vehikel) ab.

Verschiedene Stärkegrade

Urea besitzt ferner eine proteolytische, also Eiweiß abbauende Funktion. Sie sorgt dafür, dass sich die vornehmlich aus Lipiden und Polysacchariden (Mehrfachzucker) bestehende Kittsubstanz der Hornzellen auflöst. Dadurch kann Urea vor allem in höheren Konzentrationen auch eine abschuppende bis hornhautreduzierende Wirkung am Fuß erzielen und die Hornschicht verdünnen. Der Wirkstoff Urea kann in Konzentrationen von bis zu 20 Prozent, bei Kleinkindern von bis zu drei Prozent, bedenkenlos in Form von kosmetischen Mitteln verwendet werden. Welches Produkt eingesetzt wird, sollte aber immer in Abhängigkeit vom Hautzustand entschieden werden. Gern kann Ihr Fußprofi Auskunft über die für Ihre Haut geeigneten ureahaltigen Präparate geben.

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