Barfußpfade: die Natur spüren

Für viele Menschen bedeutet das Barfußgehen Freiheit. Beim unbeschuhten Wandern über blühende Wiesen fühlen sie sich an die Kindheit erinnert – und bekommen ein gutes Körpergefühl. Manche erleben sogar gesundheitliche Verbesserungen. Fussvital.info berichtet, passend zum Sommer, über Deutschlands Barfußpfade.

Für das Barfußgehen spricht, dass es die „Fußintelligenz“ aktiviert. Das bedeutet, dass beim Gehen die Wahrnehmung für den Fuß und den natürlichen Untergrund zunimmt. Fehlstellungen oder unangenehme Belastungen werden auf diese Weise sofort ausgeglichen. Zudem wird die Fußmuskulatur trainiert, welche beim Schuhetragen nicht gleichermaßen zum Zuge kommt. Auch auf die Durchblutung hat regelmäßiges Gehen ohne Schuhe eine positive Wirkung – sie kommt in Schwung. Manche Menschen können des Weiteren auf diese Art besonders gut entspannen und die Natur bewusster wahrnehmen. Das wirkt Stress entgegen und kann sogar das Selbstbewusstsein stärken. Natürlich sollten Barfußgeher stets auf Gefahren wie umherliegende Gegenstände achten. Für Diabetiker eignet sich das Laufen ohne Schuhe nicht, da bei ihnen häufig eine verminderte Schmerzempfindlichkeit vorliegt. Mitunter bemerken sie dadurch nicht, dass sie sich am Fuß verletzt haben.

Spuren des Lehmpastors

Der älteste Barfußpfad Deutschlands besteht seit 1992 und befindet sich in Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz. Rund 100.000 Besucher brechen jährlich auf, um auf diesem 3,5 Kilometer langen Rundweg die idyllische Landschaft zu genießen. Ganz in der Tradition des „Lehmpastors“ Emanuel Felke führt ein Teil der Strecke durch Lehm. Der Naturheilkundler Felke wirkte von 1915 bis 1926 in Bad Sobernheim und fand große Anerkennung bei seinen Patienten. Mit seinem Markenzeichen, den Lehmanwendungen, erlangte er sogar internationale Bekanntheit. Besucher des Barfußpfads sollten kurze Hosen anziehen, da neben Lehm auch die Flussaue der Nahe auf sie wartet. Abenteuerliche Überquerungen des Flusses über eine Hängebrücke sowie mit einer Seilfähre sind weitere Bestandteile des Weges. Darüber hinaus führt die Route über Rasen und bietet auch Balancier- und Spielstationen.

Über Stock und Stein

Für die Gäste des Barfußparks Dornstetten-Hallwangen im Bundesland Baden-Württemberg geht es hauptsächlich durch den Wald. Dieser bietet den Wanderern auch etwas Schutz vor Wind und Wetter. An verschiedenen Stationen lassen sich mit den Füßen Kies, Holz, Lehm und sogar Glasscherben und Nagelköpfe erfühlen. Zudem kommt mit Attraktionen wie einem Riesentrampolin, einer Seilpyramide und einem Wassererlebnisspielplatz beim Gehen auf dem 2,4 Kilometer langen Pfad keine Langeweile auf.

Die Berge im Blick

Der Barfußpfad Penzberg wiederum reizt mit seiner Alpenvorlandschaft. Circa 45 Minuten von München entfernt, führt er 1,8 Kilometer über Wiesen und Waldboden. Der Rundweg mit sanften „Aufs und Abs“ bietet auch eine Pflockreihe zum Balancieren. Im Wald befinden sich sogenannte Fühlstationen für die Füße mit Steinbrocken, Tannenzapfen, Holz und Sand. Müde Besucher können auf Bänken am Wegesrand pausieren. Anfangs- und Startpunkt des einstündigen Rundweges bildet übrigens ein Café. Ein großer Pluspunkt dieses Barfußpfads: Er ist zu jeder Jahreszeit für Besucher zugänglich.

(Foto: Johanna Mühlbauer | Fotolia)