Diabetischer Fuß

Fußprobleme wie übermäßige Hornhaut, Hauttrockenheit, Fuß- und Zehendeformationen, Veränderungen im Gangbild sowie Fuß- und Nagelpilz gehören zu den häufigsten Folgekomplikationen bei Diabetes.Viele Diabetiker wissen nicht, dass sie etwas für ihre Fußgesundheit tun müssen. Das zeigen die Ergebnisse des GEHWOL Diabetes-Reports 2016. 44 Prozent der Patienten wissen überhaupt nicht, dass sie auf ihre Füße achten müssen. Weniger als die Hälfte (40 Prozent) betreibt Fußpflege nur selten oder gelegentlich. Und etwas mehr als die Hälfte (60 Prozent) sucht regelmäßig zur Vorsorge einen Fußspezialisten auf. Ein Drittel (33 Prozent) geht dabei jedoch nur bei Bedarf zum Fußpfleger. Auf der Suche nach Pflegetipps folgen sie mehrheitlich den Empfehlungen eines Fußpflegers (64 Prozent) beziehungsweise eines Arztes (58 Prozent) oder Apothekers (41 Prozent). Darüber hinaus informieren sich Diabetiker bei Schulungen, über Berichte in Zeitungen und Zeitschriften oder im Internet sowie direkt im Gespräch mit anderen Diabetikern.

Zur Pflege der trockenen Haut empfiehlt die Leitlinie zum Diabetischen Fußsyndrom der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Füße und Beine mit feuchtigkeitsspendenden, ureahaltigen Fußpflegepräparaten (z.B. Lotionen) einzucremen. Die meisten Patienten bevorzugen dabei Cremes und Lotionen. Auch das zeigt der GEHWOL Diabetes-Report. Diabetikerfüße sind häufig gekennzeichnet durch trockene Haut. Sie entsteht, wenn die aus Hautfetten und Feuchthaltesubstanzen bestehende Schutzbarriere der Haut nicht mehr intakt ist. Durch die Barrierestörung verliert die Haut Feuchtigkeit, wird spröde, rissig und damit auch durchlässig für Krankheitserreger. Fußpflegeprodukte, die bei diesem Hautzustand eingesetzt werden, sollten daher den Mangel der Haut an Feuchtigkeit und Fetten ausgleichen sowie ihre Barrierefunktion verbessern (z.B. GEHWOL med Lipidro Creme mit 10 % Urea).

Der GEHWOL Diabetes-Report 2016 steht Ihnen als PDF-Download zur Verfügung.

Aus der Apotheke Aus der Fußpflegepraxis
GEHWOL med Lipidro Creme GEHWOL med Lipidro Creme
GEHWOL med Hornhaut-Creme GEHWOL med Hornhaut-Creme
GEHWOL med Schrunden-Salbe GEHWOL med Schrunden-Salbe
GEHWOL med Fußdeo-Creme GEHWOL med Fußdeo-Creme
GEHWOL FUSSKRAFT BLAU
GEHWOL FUSSKRAFT Hydrolipid-Lotion


 
 
 
 

Regelmäßig inspizieren
Täglich sind die Füße abends bei guter Beleuchtung anzusehen, und das nicht nur nach langen Spaziergängen oder nach dem Einlaufen neuer Schuhe. Die Fußsohle wird mit einem Spiegel auf Druckstellen, Fremdkörper, Schwellungen, Rötungen und Verletzungen wie Wunden und Risse betrachtet. Diabetiker mit einer peripheren Nervenschädigung (Polyneuropathie) haben ein reduziertes oder erloschenes Schmerzempfinden.
 
 
 
 
 
 
 

Behutsam Füße baden
Die Füße sind täglich sauber zu halten. Fußbäder erfolgen bei intakter Haut mit hochwertigen Produkten mit einer ausgewogenen Rezeptur. Das Bad darf idealerweise 35 (maximal 37 bis 38) Grad Celsius nicht überschreiten (Temperaturkontrolle mit einem Badethermometer, da das Temperaturempfinden bei Polyneuropathie eingeschränkt oder aufgehoben ist) und drei bis fünf Minuten dauern. Bei Hautreizungen oder Wunden sollte von Fußbädern Abstand genommen werden.
 
 
 
 
 
 
 

Sorgfältig abtrocknen
Nach dem Fußbad steht sorgfältiges Abtrocknen der Füße mit einem weichen Handtuch an. Für die Zehenzwischenräume eignen sich handelsübliche Watteträger (zum Beispiel Wattepads). Föhn, Rotlichtlampe, Wärmflasche, Heizsonne, Heizkissen oder Sonnenlicht sind wegen der Verbrennungsgefahr zum Trocknen oder Erwärmen der Füße tabu. Für kalte Füße eignen sich nicht einengende oder einschneidende Baumwollsocken und Bewegung.
 
 
 
 

Mit Fett und Feuchtigkeit pflegen
Zur täglichen Pflege trockener Haut wegen fehlender Schweißbildung als Folge einer autonomen Störung bei Polyneuropathie (Anhidrose) kommen fetthaltige Cremes mit feuchtigkeitsbindenden Wirkstoffen wie Urea infrage (z.B. GEHWOL med Lipidro Creme). Hierdurch wird die Hautbarriere stabilisiert, und Hauteinrisse oder Rhagaden mit Infektionsgefahr durch Bakterien oder Pilze werden vermieden.
 
 
 
 
 
 
 

Weder scharf noch spitz
Zur Nagelpflege und Hornhautentfernung dürfen keine scharfen Instrumente verwendet werden wie zum Beispiel Scheren, Hobel, Knipser, Rasierklingen oder grobe Feilen. Für die Nagelkürzung kommen Sandblatt- oder Diamantfeilen infrage. Zur Hornhautentfernung eignen sich unter anderem ein Naturbimsstein oder ein Hornhautweichschwamm. Die Fußnägel sollten nach dem Feilen parallel zur Zehenkuppe ab-schließen unter leichter Abrundung der Nagelecken.
 
 
 
 
 
 
 

Nicht alles alleine
Die Anwendung von hornhautauflösenden Mitteln (Keratolytika) führt zu einer Aufweichung der Haut mit nachfolgender Infektionsgefahr und ist deshalb zu unterlassen. Die Behandlung von Hühneraugen (Clavi) gehört in die Hände eines Fußspezialisten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Passende Schuhe
Empfehlenswert sind passgenaue, atmungsaktive und luftdurchlässige Lederschuhe ohne drückende Innennähte mit maximaler Absatzhöhe von vier Zentimetern bei Frauen und drei bei Männern, also keine High Heels. Barfußlaufen in Räumen und in der Natur oder Laufen auf Strümpfen sind bei peripherer Nervenschädigung gefährlich. In Schwimmbädern oder Saunen verringern Badeschuhe die Gefahr einer Pilzinfektion. Bei Verletzungen oder einer Infektion geht es sofort zum Arzt.
 
 
 
 
 
 
 
 

Schuhe nachmittags anprobieren
Steine, Krümel und andere Partikel, drückende Innennähte oder abgescheuertes Innenfutter können Verletzungen verursachen. Daher Schuhe täglich inspizieren und austasten! Neue Konfektionsschuhe mit diabetesadaptierten Fußbettungen sollten nachmittags anprobiert werden, da tagsüber der Fuß anschwillt. Baumwollsocken ohne drückende Innennähte und schnürenden Randsaum ermöglichen einen faltenfreien Sitz ohne Hautreizung. Socken bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.
 
 
 
 
 
 
 

Stabiles Gewebe
Die häusliche Fußgymnastik zur Durchblutungsförderung, Kräftigung der kurzen und langen Fußmuskeln und Vorbeugung von Haltungsschwächen am Fuß gehört ins tägliche Programm des Betroffenen. Gezielte, individuelle Fußübungen stabilisieren die Muskeln. Beim diabetischen Charcotfuß (Erkrankung der Nerven, Knochen und Gelenke) sind wegen der Vorfußbelastung mit der Gefahr eines Knochenbruchs Vorfuß- und Zehenstandübungen nicht geeignet.
 
 
 
Text: Dr. med Renate Wolansky, Naumburg
Illustrationen: Heinrich Bemben, Neuss